Das 7. Symposium der FUNUS Stiftung

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Den Tod vor Augen – Wie stirbt es sich in Deutschland?

Das 7. Symposium der FUNUS Stiftung

Am 4. Mai 2017 findet im Halloren- und Salinemuseum Halle (Saale) das siebente Symposium der FUNUS Stiftung statt. Während es im letzten Jahr mit dem Thema Friedhöfe – Alles kann, nichts muss! einen klaren Fokus gab, wird nun ein Überblick über die letzten Themen des Lebens gegeben. Vom Sterben, über das Bestatten bis hin zur Trauerarbeit – Fünf Referenten aus Deutschland und eine Referentin aus der Schweiz sprechen über Ihre Erfahrungen im Umgang mit Sterbenden und Toten und darüber, wie man die Sterbe- und Bestattungskultur sinnstiftend gestalten kann.

Inhalte des 7. Symposiums

Thema 1: Vorsorge zwischen Selbstbestimmung und Abzocke

Eines ist sicher: Wir werden alle sterben. Alles andere scheint unsicher, nämlich, wann und wie und was danach kommt und wer das bezahlt. Wir sind aufgefordert, für den Fall unseres Todes vorzusorgen und finden uns in bester Absicht in einem Dschungel von Formularen wieder: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Bestattungsvorsorge. Doch wie viel können wir selbst bestimmen, was lohnt sich und was ist ein „Renditegrab“? Prof. Dr. Dr. Tade Spranger, Rechtsanwalt und Wissenschaftler, spricht über diese Themen aus praktischer und theoretischer Sicht.

Thema 3: Der Polizist und der Tod – Erfahrungen aus dem Polizeidienst

Wenn Polizisten an Tat- oder Unfallorten eintreffen, werden sie mit intensiven Bildern und Einsichten in menschliche Schicksalsschläge konfrontiert. Doch sie müssen professionell sein, aufklären, helfen und Betroffene stützen. Diese Arbeit macht etwas mit ihnen und Volker Uhl, Kriminalkommissar und Konfliktberater in Baden-Württemberg, hat einen Verein gegründet, in dem Polizisten über ihre Erlebnisse schreiben und Erfahrungen zu Texten machen. Volker Uhl stellt die Polizei-Poeten vor und spricht über den Umgang mit dem Tod bei der Polizei.

Thema 5: Macht es zu eurem Projekt! – Bestattungen zum Mitmachen

Die Versorgung der Verstorbenen, die Organisation der Trauerfeier – nahezu alle Aufgaben, die anfallen, wenn jemand gestorben ist, werden von Bestattern und anderen Dienstleistern erledigt. Eric Wrede, früher Musikmanager, heute Bestatter in Berlin, sagt jedoch: „Jeder Hinterbliebene sollte sich so weit wie möglich in die Abschiednahme einbringen und seiner Trauer Raum geben.“ Angehörige sollen dem Bestatter immer über die Schulter sehen können, sie sollen wissen, wo der Verstorbene ist und was mit ihm geschieht. Wrede und sein Team organisieren Bestattungen, die man erlebt und nicht nur hinter sich bring. In seinem Vortrag erzählt er von seinem Weg, seiner Idee und seinen Erfahrungen.

Thema 2: Begleitetes Sterben: Möglichkeiten der ambulanten Palliativversorgung

Die Idee der palliativen Pflege (Palliative Care) ist, dass der Mensch, der nicht mehr geheilt werden kann, in Ruhe sterben darf. Es soll eine Situation geschaffen werden, möglichst ohne Schmerzen, in der ein Patient seinen letzten Weg weitestgehend natürlich, umsorgt und gemäß seiner Wünsche gehen kann. In vielen Fällen ist das in der eigenen Familie möglich. Unterstützung leisten ambulante Palliativteams, die sowohl dem Sterbenden als auch der Familie zur Seite stehen. Dipl. med. Elisabeth Wölbling und Dominik Thamm geben Einblicke in ihre Arbeit und sprechen über ihre Idee des guten Sterbens.

Thema 4: 30 Gedanken zum Tod – Ein multimediales Konzept

„Wer oder was ist der Tod?“ Eine Frage, die uns alle betrifft und auf die doch niemand eine Antwort weiß. Dennoch oder gerade deswegen haben Wissenschaftler aus Düsseldorf und Witten eben diese Frage gestellt – sterbenden Menschen, Ärzten, Seelsorgern, Politikern, Juristen, Künstlern und anderen Personen. Ziel war es, eine öffentliche Diskussion über den Tod in Gang zu setzen. Prof. Dr. Schnell leitete dieses Projekt und stellt die Ergebnisse vor.

Thema 6: Trauerbegleitung in Deutschland – Einzigartig in Europa?

„Das Konzept der Trauerbegleitung, das in Deutschland praktiziert wird, ist weltweit einzigartig“ sagt Dr. Ruthmarijke Smeding. Die Niederländerin ist eine der bekanntesten Forscherinnen im Bereich Trauerbegleitung. Sie lebt heute in der Schweiz und reist als Referentin durch die ganze Welt, um Menschen zu den Themen Palliativ- und Trauerbegleitung aus- und weiterzubilden. Ihre Tätigkeit führte sie durch Europa, in die USA sowie nach Südamerika und Australien. Was das deutsche Konzept so einzigartig macht, wird sie beim siebenten Symposium der FUNUS Stiftung erläutern.

(Quelle: http://www.funus-stiftung.de/symposium/)